Blog selbst optimieren – Erfahrungen und Tipps

Immer wieder landen im eigenen Postfach E-Mails, in denen Experten die Optimierung der eigenen Webseite anbieten. Aus dem beruflichen Umfeld kenne ich einige dieser Optimierer und meiner Meinung nach kommt jeder mit Verstand und ein bisschen technischem Hintergrundwissen auf die nötigen Einstellungen und Anpassungen an der eigenen Webseite, um bei den Suchmaschinen kontextbezogen auf vordersten Plätze zu landen.

Google

Für jeden Webmaster ist es wichtig, die Erreichbarkeit der eigenen Webseite zu testen und ausserdem zu erfahren, wie Suchmaschinen die eigene Webseite sehen. Google hat dazu die Google-Webmaster-Tools erstellt, mit denen sich schnell ein Überblick darüber verschafft werden kann, welche Inhalte am meisten gesucht und dann auch geklickt worden sind. Sehr nützlich ist ausserdem die Anzeige der Crawl-Fehler, also fehlerhafte Links, die auf keine Seite mehr zeigen. Zusätzlich gibt Google Hinweise, welche Seitentitel doppelt vergeben worden sind oder Google zu kurz erscheinen. Ebenfalls bei den Google-Webmaster-Tools kann eine Sitemap der eigenen Seite einreicht werden, um dem Google-Crawler die Arbeit zu erleichtern und auch Prioritäten für die einzelnen Seiten vergeben.

Für blog.tausys.de zeigen die Google-Webmaster-Tools für die letzten 30 Tage z.B. folgende Grafik über die Anzeige in Suchergebnissen und die daraus resultierenden Klicks an:

Neben den eindeutig zu vergebenden Titeln einer Seite sind für Google auch die Ladezeiten einer Webseite wichtig. In den Crawl-Statistiken wird extra eine Grafik für die Geschwindigkeit, mit der eine Seite vom Google-Crawler abgerufen werden kann, angezeigt.

Diese Leistungkennzahl wird offensichtlich noch ausgebaut, denn in den Google-Labs wird an einer Funktion "Webseite-Leistung" gearbeitet, die das Ladeverhalten einer Webseite analysiert:

Leistungsübersicht

Im Durchschnitt benötigen Seiten auf Ihrer Website 1,3 Sekunden zum Laden (aktualisiert am 20.11.2011). Dies ist schneller als 85 % der Websites. Diese Schätzungen sind von geringer Genauigkeit (weniger als 100 Datenpunkte).

Wie einige Besucher dieser Webseite vielleicht wissen, setze ich hier WordPress ein. Da Content-Managment-Systeme Webseiten dynamisch beim Abruf erstellen, ergibt sich dadurch eine hohe Ladezeit. Abhilfe schafft das schon beschriebene W3 Total Cache-Plugin, welches die generierten Webseiten für eine gewisse Zeit als Dateien speichert und dann schnell ausliefern kann. An obigem Graphen ist die Wirkung nach der Installation des Plugins Anfang Dezember schön zu sehen.

Bing

Microsoft hat analog zu Google eigene Webmaster-Tools entwickelt. Auch bei den Bing-Webmaster-Tools kann man eine Sitemap der eigenen Webseite einreichen und verschiedene Grafiken zum Crawling oder den gesuchten Seiten finden. Leider ist meiner Meinung nach die Qualität im Gegensatz zu Google eine ganz andere. Es werden viel weniger Zahlen präsentiert, doch umsomehr uninformative Grafiken. Auch sind die Benutzer von Bing wohl eher nicht im technischen Umfeld zu suchen, so dass Bing nicht unbedingt für dieses Blog hier relevant ist.

Yahoo

Yahoo betreibt seit langem keine eigene Suchmaschine mehr. Der ehemalige Yahoo-Site-Explorer und all seine Daten wurden komplett in Bing integriert.

Verlinkung

Eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit der Verlinkung eines Blogs ist die Abgabe von Kommentaren zu relevanten Posts in anderen Blogs. So z.B. gestattet es WordPress von Haus aus, Kommentare durch Angabe eines Benutzernamens, einer E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) und einer Web-Adresse zu veröffentlichen. Je nach Einstellung muss der abgegebene Kommentar noch vom Administrator des Blogs freigeschaltet werden. Nicht umsonst schlagen hier im Blog dauernd automatisierte Spam-Kommentare auf, die nur einen Zweck haben: eine URL auf dieser Webseite einzutragen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Erwähnung von anderen Blogs im eigenen Artikel verbunden mit dem Setzen eines korrekten Link. WordPress generiert daraus die in der Blog-Szene bekannten Pingbacks, mit denen ohne weiteres Zutun unter den verlinkten Artikel ein Verweis auf den eigenen Artikel mit einem kurzen Textausschnitt gepostet wird. Ein Beispiel ist hier unter WordPress auf neue Domain umziehen zu finden, in dem ein Link auf einen Artikel auf der Webseite blogs-optimieren.de gesetzt wurde. Automatisch (bei freigeschaltetem Trackback) erscheint damit auf blogs-optimieren.de ein Kommentar zum Artikel.

RSS-Feeds

Ein RSS-Feed ist für ein Blog ein Muss. Ein RSS-Feed kann vom Leser abonniert und in seinen bevorzugten RSS-Reader eingetragen werden. Damit wird zwar beim Lesen nicht die eigene Webseite besucht, aber die Leser bekommen sofort mit, wann ein neuer Artikel im Blog veröffentlicht wurde. Um den Leser bei interessanten Themen doch noch auf die eigene Webseite zu locken empfiehlt es sich, im RSS-Feed nur einen kurzen Anrisstext des Artikels anzuzeigen.

Damit bei einer breiten Leserschaft die Webseite des Blogs nicht unter der Last des RSS-Feed-Abrufs zusammenbricht, kann z.B. der Dienst Feedburner (mittlerweile auch zu Google gehörend) genutzt werden. Dadurch erfolgt der RSS-Abruf nur durch Feedburner und alle Leser erhalten als RSS-Feed-Adresse die Feedburner-Adresse mitgeteilt. Ein für WordPress passendes Plugin ist das FD Feedburner Plugin, welches diese Aufgaben automatisch erledigt.

Social Media

Mehr und mehr werden auch die Posts von Usern aus dem Social-Media-Bereich von Suchmaschinen durchforstet. Google hat hier mit seinem eigenen sozialen Netzwerk Google+ klar die Nase vorn. Mit der Suchfunktion in Google und Google+ werden Seiten sowohl aus dem "normalen" Netz als auch aus Google+ gefunden. Facebook dagegen hat sich schon immer abgegrenzt. Die Posts der User dort sind nicht in Suchmaschinen verzeichnet. Bei beiden Netzwerken ist unter Umständen evtl. eine Einrichtung einer Seite angebracht, um mehr Benutzer auf das eigene Blog hinzuweisen. Nachteil ist dabei natürlich, dass man evtl. Nachrichten doppelt verfassen muss.

Content im Kontext

Suchmaschinen sind bei weitem nicht mehr so "dumm" wie zu Zeiten von Altavista und Co. Sie erkennen, um was es in dem jeweiligen Blog geht und bilden sich daraus einen Kontext-Graphen, der bei der Suche nach relevanten anderen Inhalten hilft. Für ein Blog ist dieser gleichbleibende Kontextbezug nicht immer einfach herzustellen. So z.B. geht es in diesem Blog hier um viele verschiedene computertechnische Sachen, ein paar Blog-Einträgen mit ganz persönlichen Meinungen und auch Fundstücken aus den Tiefen des Webs. Eine Hilfe für die Suchmaschinen ist sicherlich dabei die Verlinkung von gleichartigen Inhalten auf der Webseite. Diese Verlinkung kann man z.B. in WordPress durch die Angabe von Kategorien vereinfachen.

Bewertung

Ich habe seit längerer Zeit hier Plugins für Google+, Facebook und auch Twitter eingebunden, mit dem sich der gerade angezeigte Artikel bei Interesse in die jeweiligen Netzwerke weitergeben lässt. Seit kurzem wurde auch eine Möglichkeit zur Bewertung der einzelnen Beiträge eingeführt. Leider nutzen zumindest meine Leser diese Möglichkeit fast nicht. Allerdings erlebt man oft auch auf großen Newsportalen ein etwas kümmerliches Dasein dieser Funktionen.

Resultat

Mittlerweile hat dieses Blog einen Sprung aus dem Nichts unter die ersten 100.000 Webseiten aus Deutschland geschafft. Das Alexa-Ranking:

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