2

Seit längerem nutze ich nun Cyanogenmod und habe mein Smartphone auch verschlüsselt. Damit sind die Daten nun geschützt, jedoch kann bei einer verschlüsselten /data-Partition (nur diese Partition wird verschlüsselt) nicht mehr einfach mit Adb ein Cyanogenmod-Update eingespielt werden.

Die Methode ist, das Update per adb sideload einzuspielen, da die /system-Partition nicht verschlüsselt ist. Dazu muss in das Recovery-Image gebootet werden. Die wohl am häufigstens verwendeten Recovery-Images sind TWRP und seit neuestem auch die Cyanogenmod eigenen Recovery-Images. Beide bieten die Möglichkeit, das System-Image per sideload einzuspielen.

Kurz nach dem Starten von adb sideload <image.zip> kann folgender Fehler auftreten:

Ursache ist, dass adb auf dem Computer zu alt ist. Es wird aktuell mindestens 1.0.32 benötigt.

Leider ist selbst auf einem aktuellen Linux Mint, meiner bevorzugte Distribution, nur Version 1.0.31 enthalten. Man kommt also nicht drumherum, sich die Android-Developertools von Google herunterzuladen.

Danach ist der Sideload problemlos zum Updaten des Systems möglich.

2

Wer K-9 Mail benutzt (nebenbei das beliebtestet OpenSoure-Programm für E-Mails unter Android) und zur Verschlüsselung der E-Mails mit PGP OpenKeychain verwendet, wird über kurz oder lang vor folgendem Problem stehen: dem Verschlüsseln von Anhängen.

Leider unterstützt K-9 Mail bisher den Standard PGP-MIME nicht, sondern kann verschlüsselte Nachrichten nur im Format PGP-Inline verschicken. Daraus ergeben sich gleich zwei Probleme:

  1. Beim Versenden von verschlüsselten Nachrichten wird nur der Nachrichtentext verschlüsselt. Etwaige Anhänge werden unverschlüsselt verschickt.Dieses Problem kann umgangen werden, indem die Anhänge zuerst mit OpenKeychain verschlüsselt werden und diese verschlüsselten Dateien dann der E-Mail angehängt werden. Sehr unhandlich.
  2. Beim Empfang von PGP-verschlüsselten Nachrichten können nur per PGP-Inline-kodierte Nachrichten sofort in K-9 Mail angezeigt werden.PGP-MIME-kodierte Nachrichten müssen erst abgespeichert werden und können anschließend in OpenKeychain entschlüsselt werden. Ebenfalls sehr unhandlich.

Wie man in folgenden Thread nachlesen kann, sind für die Implementierung von PGP-MIME in K-9 Mail umfassende Arbeiten an der Storage-Engine notwendig. Leider hat bis heute noch niemand entsprechend Zeit für eine Implementierung gefunden, obwohl es anscheinend zu den am meisten von den Benutzern gewünschten Erweiterungen zählt (inklusive mir). Wer mag, kann einen Anreiz für die Entwickler schaffen, indem er sie finanziell unterstützt. Ein entsprechende Seite bei Bountysource ist eingerichtet und steht aktuell bei US$ 1.015.

Wer sich Tipparbeit und das Wechseln durch viele Apps am Android-Smarthone sparen will, kann die App Airdroid einsetzen. Mit dieser App ist es möglich, Kontakte, Bilder, Videos, Musik und viele andere Sachen, die auf dem Smartphone gespeichert sind, per Webbrowser zu verwalten. Es lassen sich APKs der installierten Apps herunterladen wie auch neue APKs installieren. Ebenso kann das SMS/MMS- und das Anruf-Protokoll angezeigt werden. Für den Einsatz im heimischen Netz ist dazu nicht einmal eine Anmeldung bei den Betreibern der Synchronisationsserver von Airdroid notwendig. Ein besonderes Gimmick ist die Übertragung der Android-Notifications. Man braucht also sein Smartphone nicht mehr aufwecken um zu sehen, wer gerade eine SMS geschrieben hat oder irgendjemand per WhatsApp oder Hangout mitteilungsbedürftig war.

Nach der Installation von Airdroid braucht man sich für den ausschließlichen Gebrauch im heimischen Netzwerk nicht unbedingt beim Airdroid-Betreiber anmelden. Wer mag, kann Airdroid in einem weiteren Schritt die Berechtigung erteilen, die Android-Notifications zu lesen. Anschließend wird eine URL angezeigt (im heimischen Netzwerk die mit der IP-Adresse wählen), mit der man sich über den Browser mit Airdroid verbinden kann.

Airdroid Weboberfläche

Insgesamt ist Airdroid eine sehr funktionale App, die auch noch eine meiner Meinung nach ansprechende Oberfläche bietet.

13

Das Smartphone Moto G von Motorola kann über die USB-Schnittstelle auf zwei unterschiedliche Arten mit dem PC kommunizieren. Standardmäßig ist Mediengerät (MTP) eingestellt. Der zweite Modus ist Kamera (PTP), mit dem das Gerät sofort unter Linux Mint 16 erkannt wird, aber leider nur Zugriff auf bestimmte Ordner erlaubt.

Um auch den MTP-Modus nutzen zu können, muß das Moto G durch Vendor-ID und Product-ID erst einmal dem udev-Prozess bekannt gemacht werden. Dazu editiert man (als root) die Datei /lib/udev/rules.d/69-libmtp.rules und fügt dort zwei Zeilen an passender Stelle, evtl. nach den bereits dort eingetragenen Motorola-Geräten ein:

Anschließend wird udev neu gestartet.

Nun kann das Smartphone angesteckt werden und im MTP-Modus sollte es sofort im Dateimanager sichtbar sein.

Update vom 08.01.2015: Ab Mint 17 wird das Moto G (2nd Edition) automatisch erkannt. Für Mint 13 LTS ist leider keine Lösung bekannt. (Danke an Michael)

Update vom 08.06.2015: Für das Moto G Modell 2014 ersetzt man in obiger Beschreibung ATTR{idProduct}==”2e82″ durch ATTR{idProduct}==”2e76″, dann wird auch dieses Smartphone durch udev erkannt. (Danke an Stefan)

Logo AppOpsFür Nutzer von Android 4.3 oder höher steht seit kurzem eine App zur Verfügung, mit der das bereits in Android enthaltene Modul zur Verwaltung der Anwendungsberechtigungen angesteuert werden kann: AppOps. Die App kann Berechtigungen anzeigen und listet die Apps auf, die eine Funktion (z.B. "Kontakte lesen") zuletzt aufgerufen haben.

Mit AppOps können bei der Installation einer App vergebene Rechte auch wieder entzogen werden. So ist es z.B. möglich, einer App das Recht "Vibrieren" wieder zu entziehen. Sehr nützlich, wenn die App das in den eigenen Einstellungen nicht zulässt.

Nach dem Abschalten von Berechtigungen muss natürlich pro App getestet werden, ob sie denn überhaupt noch läuft. Im Zweifelsfall sollte überlegt werden, ob nicht auf eine ähnliche App eines anderen Entwicklers ausgewichen werden kann.

Ein weiteres Highlight ist, dass AppOps die Berechtigungen bearbeiten kann ohne dass man sein Smartphone gerootet haben muss. Die App kann im Google-PlayStore heruntergeladen werden.

Update vom 17.08.2014: Leider wurde AppOps aus Android 4.4 komplett entfernt. Pläne, dass diese Schnittstelle wieder eingebaut werden soll, sind bisher nicht bekannt. Daher haben wohl die Entwickler die obige App mittlerweile aus dem Playstore entfernt, da sie ja nun keine Funktion mehr hat.