T-Online, E-Mail, die FAQ und der Kundendienst

Ich zähle zu den Verückten, die das T-Online E-Mail-Paket nutzen. Ausschlaggebend für die Nutzung war, dass beim Versand eine X-beliebige Abenderadresse eingestellt werden kann. "Normale" Kunden können das auch, aber die Absenderadresse wird von T-Online beim Versand mit der T-Online E-Mail-Adresse des Kunden ersetzt. Nicht so beim E-Mail-Paket, da bleibt die vom Versender vorgegebene Absenderadresse erhalten. Soweit, so gut.

Seit kurzem fiel mir auf, dass ich E-Mails erhalte, die an meine T-Online-Adresse gerichtet waren. Wie, was, wo? Die habe ich doch niemandem herausgegeben. Ich versende immer mit einer Absenderadresse einer auf mich registrierten Domain. Und habe das E-Mail-Paket. Ein kurzer Check in den eingegangenen E-Mails brachte die Katastrophe dann ans Tageslicht. Das ging seit ca. einem Jahr schon so...

Was nun? Ok. 1. Leistungsbeschreibung von T-Online für das E-Mail-Paket checken. Punkt 1.4: Simple Mail Transfer Protocol (=SMTP) - Relayserver
Der SMTP-Relayserver ermöglicht dem Kunden E-Mails mit seiner eigenen Domain als Absenderadresse zu versenden (Beispiel: name@meine-Internetadresse.de).
. Ok. Die Leistung gibt es also noch. Ich habe keine AGB-Änderung übersehen. 2. Test-E-Mail an externe Adresse verschicken. Kommt mit T-Online-Absenderadresse an... Hm... 3. Hilfeseiten bei T-Online. Dort findet man dann bei Fragen und Antworten zum E-Mail Paket unter dem Titel Wie kann ich meine E-Mails über ein E-Mail-Programm empfangen und senden? die zum E-Mail-Versand einzustellenden SMTP-Server. Da ich ein sicherheitsbewusster Netzbürger bin, habe ich den SMTP-Server mit SSL-Verschlüsselung gewählt: securesmtp.t-online.de. Alles nochmal kontrolliert. Postfix-Transports-Tabelle genau gecheckt und mail.log angesehen. Die E-Mails werden über den richtigen Server verschickt. Hm, habe ich jetzt jahrelang für eine Leistung bezahlt, die gar nicht funktioniert? Blieb 5. nur der Griff zum Telefon, da auf der Kontaktseite bei T-Online leider keinerlei E-Mail-Adresse angegeben ist.

Es ist ca. 21:30 Uhr und von der Störungsstelle ist noch jemand da. Klasse. Ich schildere mein Problem. E-Mail-Paket wurde verstanden. Die Möglichkeit, eine eigene Absenderadresse einzustellen, die dann auch erhalten bleibt, war unbekannt. Grml. Ich las den oben genannten Punkt der Leistungsbeschreibung vor. Erstaunen am anderen Ende. Die Dame vom Support schaffte es aber blitzschnell, mich selbst in Erstaunen zu versetzen: Haben Sie denn ein Stichwort, unter dem ich in unserer Datenbank suchen könnte?. Mir fiel in dem Moment nichts besseres als SMTP-Relay ein (wobei ich Relay auch noch buchstabieren musste). Es fand sich ein Eintrag in der Datenbank: eine Anleitung für Outlook und dergleichen. Ich hörte den Ausführungen brav zu, und, was war das? Ein anderer SMTP-Servername: smtprelay.t-online.de. Ich wurde gefragt, ob ich das denn kurz ausprobieren könnte. Na, warum nicht. Meine Frage nach zwei Minuten Zeit zum Postfix einstellen waren kein Problem. Und welch Wunder. Eine Test-E-Mail behielt den eingestellten Absender. Wow, Freude auf beiden Seiten. Die Dame wollte sich auch ein "Lesezeichen" auf diesen Artikel in ihrer Datenbank setzten ;)

Später fand ich auf der gleichen Hilfeseite zum E-Mail-Paket dann noch eine Antwort auf die Frage: Welche Einstellungen sind notwendig, um SMTP-Relayserver nutzen zu können?. Dort wurde auch der richtige zu verwendende SMTP-Server angegeben. Verwunderlich ist nur, warum das in der ersten Antwort nicht so drin steht, da damit ja offensichtlich nicht alle Funktionen des E-Mail-Pakets nutzbar sind.

Also noch mal kurz und knapp: für Nutzer des E-Mail-Paketes von T-Online muss, damit die angegebene Absenderadresse von T-Online nicht umgeschrieben wird, der Postausgangssserver smtprelay.t-online.de angegeben werden.

Und die Moral von der Geschicht: auch T-Online-Support-Mitarbeiter bekommen heraus, wo der Hase im Pfeffer liegt.

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