Onlinespeicher ins Linux-Dateisystem einbinden

Vor kurzem habe ich beschrieben, wie man kostengünstig seine erworbenen Musikstücke online sichert. Im folgenden möchte ich aufzeigen, wie man den Onlinespeicher von web.de, genannt SmartDrive und den Onlinespeicher von T-Home, genannt Mediencenter in das Linux-Dateisystem einhängt. Der Onlinespeicher ist anschließend über einen Verzeichnispfad zugänglich, in den ganz normal Dateien z.B. kopiert werden können.

Beide genannten Onlinespeicher haben eins gemeinsam: sie sind über das Protokoll WebDAV ansprechbar. Für WebDAV existiert für Linux ein Packet, mit dem sich WebDAV-Server ins Dateisystem einbinden lassen.

Unter Ubuntu installiert man dazu das Paket davfs2 mit dem Befehl

Unter Ubuntu sind die Berechtigungen vom damit installierten mount.davfs so eingestellt, dass nur root Dateisysteme ein- oder aushängen darf. Wer das auch als normaler Benutzer durchführen möchte bzw. seinen anderen Benutzern erlauben möchte, muss noch folgende zwei Schritte ausführen:

Zuerst muss mit

das sogenannte Suid-Bit gesetzt werden, was besagt, dass das Programm beim Ausführen mit den Rechten des Eigentümers des Programms (in unserem Falle also root) und nicht mit den Rechten des aufrufenden Benutzers ausgeführt werden soll. Allerdings sollte man sich dabei immer im Klaren darüber sein, dass man Benutzern erlaubt, Programme mit den Rechten von root auszuführen, was auf Mehrbenutzersystemen wohlüberlegt sein sollte.

Anschließend sind mit

die Benutzer, die WebDAV-Speicher ein- und aushängen können sollen, in die Gruppe davfs2 aufzunehmen.

Um nun das Ein- oder Aushängen der WebDAV-Server zu erleichtern, bietet sich ein Eintrag in der Datei /etc/fstab an, da man dort gleich alle benötigten Parameter eintragen kann und diese nicht immer auf der Kommandozeile einzugeben braucht. Ein Eintrag sieht dabei folgendermaßen aus:

für SmartDrive

für Mediencenter

Wer nur als root Ein- oder Aushängen möchte, kann ",user" aus der obigen Zeile weglassen.

Anschließend müssen noch die beiden Verzeichnisse /media/web.de und /media/t-home.de angelegt werden.

Nun steht dem Einbinden der Onlinespeicher nichts mehr im Wege. Mit

und

werden die WebDAV-Server nach der Angabe von Benutzername und Passwort für den jeweiligen Service in den angegebenen Verzeichnissen eingebunden.

Wer diesen Schritt noch eleganter gestalten will, kann in der Datei ~/.davfs2/secrets noch Benutzername und Passwort für den jeweiligen WebDAV-Server hinterlegen.

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